Wenn ich die Rosen an der Steinbrücke geschnitten oder auf den Winter vorbereitet habe, dann sieht die Welt für mich gleich viel besser aus. Denn während ich schneide oder die Blumenkästen auf der Lüttjen Brüch gieße, kommen immer wieder Frauen und Männer auf mich zu. „Wie lange müssen Sie dies denn noch machen, einen Monat oder noch sechs?“
So sprach mich neulich wieder ein älterer Mann an. Ich antwortete: „So lange es den Blumen gut tut und es den Friedrichstädtern gefällt.“ Der Mann drehte sich um und sagte: „Richter verhängen immer mindestens sechs Monate.“ Das hielt er wohl für originell.
Ganz anders sehen es viele Frauen. Sie fragen, ob sie mitmachen können und haben meist schon selbst ein öffentliches Blumenbeet oder eine kurze Hecke vor Augen, um die sie sich in Zukunft gerne kümmern würden. Allerdings haben sie keine Lust, sich dafür mehr oder weniger Sprüche anhören zu müssen.
Dies ist auch die Generation von Einheimischen, die wissen, dass die Stadt aufgrund fehlenden Geldes und der Bauhof wegen Personalmangels solche Arbeit nicht regelmäßig leisten kann. Schon gar nicht in so einem heißen Sommer, wie in diesem Jahr. Gerade diese Frauen fragen mich, ob die Stadt nicht daraus zur Unterstützung des Bauhofs ein Ehrenamt machen kann.
Nicht mit großer Bürokratie, vielen Stempeln und Unterschriften, sondern schlicht mit einer leichten Weste mit dem Aufdruck „Ehrenamt“. Diese Weste wäre sicherlich ein guter Hinweis auf die Gemeinschaft in unserer Stadt und gegen ein einfaches Dankeschön könnte man sie sich im Rathaus oder in der Tourist Info abholen.
Wollen wir diese Idee nicht aufgreifen? Welche engagierten Friedrichstädter Bürger und Bürgerinnen hätten Lust, bei dieser Aktion mitzumachen? Melden Sie sich gern unter der Tel. 04841-992-722 im Vorzimmer des Bürgermeisters.
Franz von Lübcke

