Das Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt verlieh am 22. September in Frankfurt am Main das Label „StadtGrün naturnah“ an 15 Kommunen. Zur Labelübergabe reisten Bernd-Roland Hündorf, stellvertretender Bürgermeister, und Margitta Hündorf (BUND) nach Frankfurt. Das Label gilt für drei Jahre. Danach müssen Kommunen zeigen, was sie aus ihrem Maßnahmenplan für biologische Vielfalt umgesetzt haben.
Auf der Veranstaltung gab es neue Teilnehmer sowie Kommunen, die schon länger in dem Projekt arbeiten. Neu dabei sind Bad Brückenau, Beelitz, Borken, Friedrichstadt, Haan, Neumarkt in der Oberpfalz, Sankt Wendel, der Berliner Bezirk Treptow-Köpenick und Wolfsburg. Die 15 ausgezeichneten Kommunen verteilen sich auf zehn Bundesländer, von der Kleinstadt Friedrichstadt bis zur Großstadt Frankfurt am Main.

So erfolgt die Bewertung
Knapp zwei Drittel der Punkte werden für die naturnahe Pflege und Gestaltung vergeben: seltener mähen, heimische Pflanzen und insektenfreundliche Stauden statt Wechselflor, kein Torf oder torfhaltigen Produkte, keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel, kein Kunstdünger.
Ein Drittel der Punkte gibt es für Umweltbildung wie zum Beispiel Schulgärten und Naturerlebnisräume sowie für die kommunale Planung, etwa naturnahe Vorgaben in der Bauleitplanung. Bewertet wird, was eine Kommune bereits umgesetzt hat sowie im Rahmen der Maßnahmenplanung verbindlich und konkret umsetzen möchte. Dazu erfasst die Kommune zunächst ihre bisher getätigten Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität selbst. Anschließend machen sich Fachleute des Bündnisses bei einer Vor-Ort-Begutachtung ein Bild von den Grünflächen und der bisherigen Umsetzung. Eine lokale Arbeitsgruppe begleitet den gesamten Prozess.
Im Mai 2026 fand diese Begehung erfolgreich in Friedrichstadt statt. Im Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e.V. haben sich 443 Städte, Gemeinden und Landkreise zusammengeschlossen, die Natur in ihren Siedlungsgebieten schützen. Friedrichstadt ist bisher die einzige Stadt an der Westküste Schleswig-Holsteins, die dieses Label führt. Neun Städte erhielten die Auszeichnung erstmals, sechs erneuerten sie. Pforzheim stieg von Silber auf Gold und Laupheim von Bronze auf Silber auf. Bundesweit sind 90 Kommunen mit dem Label ausgezeichnet. Ein Leitthema der Ein Leitthema der teilnehmenden Kommunen teilnehmenden Kommunen Artenschutz und Klimaanpassung beginnen vielfach mit einer angepassten Grünflächenpflege: „Oft geht es zunächst darum, Gewohnheiten zu ändern. Weniger Mahd fördert artenreiche Vegetationsbestände und schafft Lebensräume für Insekten. Gleichzeitig schützt höherer Bewuchs den Boden auch vor Austrocknung und verlangsamt bei Niederschlägen den oberflächlichen Wasserabfluss, damit mehr Regen versickern kann“, sagt Alexander Pelzel, Fachreferent des Bündnisses, der seit diesem Jahr die Zertifizierungen begleitet.
Neben der Vorstellung der eingeladenen Kommunen und der Labelvergabe gab die Veranstaltung Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Eine Exkursion zu einem naturnahen Grünflächenprojekt der Stadt Frankfurt rundete den Tag ab.
Bernd-Roland Hündorf

